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Die besten Sprüche

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27.06.2017
Ingo Konrads
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Europa und seine Weinländer sind permanent im Umbruch. Lesen Sie die neuesten Trends und Entwicklungen hier in dieser Übersicht. DänemarkIn Dänemark gibt es tatsächlich über 500 Winzer. Sie kultivieren in Flachlagen Rebensorten, die besonders lichtempfindlich sind. Im Herbst werden sie gelesen, gekeltert und mit Hefe und Industriezucker versetzt. In ihren dänischen Bettenlagern warten die Winzer bis zum Frühjahr. Dann füllen sie das Getränk in Flaschen ab und nennen es Wein. NiederlandeDie Niederlande sind bekannt für ihre Rotweine. Sie werden 12 Monate im Holzschuh ausgebaut, und den passenden Käse gibt es auch noch dazu. SchweizAllein schon wegen der vielen Steillagen eignet sich die Schweiz zum Weinbau. Es werden etwa 40 % weiße und 60 Prozent rote Sorten angebaut. Dasselbe Verhältnis von Weiß zu Rot findet sich übrigens auch in der Schweizerflagge. Wenn die Reben musikalisch beschallt werden, steigt ihr Zuckergehalt nachweislich. Deshalb kommt überall in den Anbaugebieten das Alphorn zum Einsatz. Ob der Wein eines Jahrgangs gut ist, entscheidet eine Volksabstimmung. Ist er schlecht, werden Kräuterbonbons daraus gemacht. Ist er gut, trinken die Schweizer den Wein selbst und exportieren ihn nicht. Blöd. ÖsterreichDie Bauern in Österreich betreiben Ackerbau und Unzucht. Manche von ihnen versuchen es auch mit Weinbau. Dabei machen sie erstaunlich gute Tropfen. Die trinken die Österreicher dann gerne bis zum Verlust der Muttersprache. Es gelingt ihnen dann kaum noch, die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen. Man nennt das einen „Gemischten Satz.“ItalienItalien ist das Land der Liebe, und der Wein das Getränk der Liebe. Wen wundert es, dass in Italien die Männer (etwa Regierungschefs) junge Damen gerne beim Wein zu betören suchen. Aus diesem Grund wird der Weinbau in Italien vom Staat finanziell gefördert. Die jungen Damen werden übrigens auch finanziell gefördert. Das nennt man Ars Vivendi. FrankreichEs ist ein widerliches Klischee zu behaupten, man treffe einen Franzosen nur in Begleitung einer Rotweinflasche an. In Wirklichkeit hat er auch immer Champagner mit dabei. Nach EU-Recht ist Champagner eine „qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung“. Der Name gibt also qualifiziert darüber Auskunft, wo Champagner herkommt, nämlich aus dem Kühlschrank. Der Franzose trinkt Champagner gerne mit einer attraktiven Dame. Erfährt allerdings seine Frau davon, bringt ihn das schnell in die Bredouille. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung. SpanienSeit Jahrhunderten ist Spanien von einem dichten Netz von Pilgerwegen nach Santiago de Compostela durchzogen. Die Felder zwischen den Wegen nutzen die Spanier zum Weinbau. Schon seit langem ist es guter Brauch, dass die Pilger für jede ihrer Sünden einen Rebstock pflanzen. Auf diese Weise ist das größte Anbaugebiet der Welt mit rund 1,1 Mio. Hektar entstanden. Die Pilgergruppe, die in letzter Zeit die meisten Reben gepflanzt haben, sind die Nordamerikaner. Sie bereuen aufrichtig ihre Sünde, den falschen Präsidenten gewählt zu haben. Total desaster. LuxemburgLuxemburg verfügt über ein paar Weinberge an der Mosel und produziert fast ausschließlich Weißweine. Jeder Winzer liefert einen Teil seiner Weine an den Großherzog von Luxemburg. Daher dürfen sich alle Winzer Hoflieferanten nennen. Was sie nicht dürfen, ist ihre Weine in größere Flaschen als mit 0,75 l Inhalt abzufüllen. Diese würden über das luxemburgische Staatsgebiet hinausragen und müssten dann zumindest teilweise in den Nachbarländern versteuert werden. Daher sind auch Big-Bottle-Partys verboten. DeutschlandFrüher waren deutsche Weine entweder zu süß oder zu sauer. Dann kam das Weinwunder Deutschland. Seitdem gibt es nahezu in allen Anbaugebieten Spitzenweine. Allerdings bechern 90 % der Weintrinker in Deutschland diese Tropfen völlig gedankenlos. Die übrigen 10 % kennen sich zwar super aus mit Wein, spucken ihn aber wieder aus. Seltsam. Ingo Konrads
Man kann nicht mehr so gut mit einem vermeintlich edlen Tropfen angeben. Innerhalb von Minuten haben die Gäste den Preis der ausgeschenkten Flasche gegoogelt, und wehe, der Wein stammt vom Discounter.  Man kann sich nach ein paar Gläsern Wein nicht mehr so gut daneben benehmen wie früher. Immer hat irgendjemand ein Handy dabei und nimmt Dich auf. Wie du den Ententanz aufführst. Mit Schwimmflügeln. Ansonsten nackt. Und derjenige postet das Video auch noch sofort bei Facebook. Früher hat dich deine Frau, wenn du vom Weinfest kamst, nur mit einem Nudelholz empfangen. Heute hat sie das WLAN-Passwort geändert. Moderne Schraubverschlüsse sorgen dafür, dass Du immer und überall eine Flasche Wein auch ohne Korkenzieher an gefährlichen Orten öffnen kannst. Also etwa im Gebirge, an der Mittelleitplanke der A 1 oder in Duisburg-Marxloh. Wenn du früher nach ein paar Gläsern Wein die Kontrolle über dich verloren hast, war das nicht weiter schlimm. Heute erreichst du deinen Chef innerhalb von Sekunden über whatsapp und kannst ihm endlich mal ungeschminkt die Meinung sagen.  Damals reichte es, einen Rotwein von einem Weißwein unterscheiden zu können. Heute musst du schon mehr Weinwissen draufhaben, um deinen Partner zu beeindrucken.  Früher konntest du im Suff auch mal die Wippe auf dem Kinderspielplatz benutzen. Heute würden dich die Mütter verprügeln.  Früher konntest du die im Laden gekauften Weine in aller Ruhe zuhause bewerten. Heute musst du sie schon im Geschäft testen und findest danach dein Auto nicht mehr.  Früher wäre niemand auf die Idee gekommen, ungenießbare naturbelassene Weine mit Fehlern zu trinken. Heute gibt es Orange-Weine. Ingo Konrads
03.05.2017
Ingo Konrads
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Ein Bekannter von mir versteht sich als vollendeter Gastgeber, er sucht mit viel Kenntnis die passenden Produkte für das Essen aus, bereitet sie liebevoll zu und kredenzt dazu Weine, die über jeden Zweifel erhaben sind. Mitunter bringt die abendlich versammelte Gästeschar seinen Bemühungen jedoch nicht die gebührende Wertschätzung entgegen. Das kann deprimierend sein.    Wir saßen entspannt in einem Weinhaus, als es wie aus heiterem Himmel aus H. herausbrach. Schluchzend berichtete er mir von seinem letzten Wochenende, an dem er ein, wie er zunächst angenommen hatte, niveauvolles Grüppchen ambitionierter Trinkerinnen und Trinker zu sich nachhause eingeladen hatte. Über Stunden war er in der Küche mit Kochen beschäftigt gewesen, die passenden Weine hatte er perfekt temperiert und dekantiert. Ab Acht sollte ein kulinarischer Höhepunkt den nächsten jagen. Artig hatten die Gäste an der Tafel Platz genommen. Das Essen wurde aufgetragen. Alles lief tadellos.  Doch dann kam der erste Wein ins Glas. Ein wunderbarer Bordeaux. Gründlich hatte H. alle greifbaren Informationen zu dem Wein in einem Kurzvortrag zusammengefasst. Schon nach 20 Minuten bemerkte H., dass die Gäste seinen Worten nicht mehr richtig folgen wollten. Einer hatte sogar die ketzerische Bemerkung fallen gelassen, ihn kümmere es eigentlich nicht, aus welchem Stein die Treppe zum Weinkeller des entsprechenden Châteaus gefertigt war, vielmehr gelte sein Interesse den nackten Zahlen insbesondere dem Alkoholgehalt des Tropfens. Auch die übrige versammelte Trinkerschaft forderte - von diesem ehrlichen Einwurf ermutigt - nun unverhohlen Umdrehungen.  Die Situation lief aus dem Ruder. Manche Gäste gingen beherzt zur Selbstbedienung über und schenkten sich großzügig und dabei randvoll ein, um danach den edlen Tropfen nach Art eines westfälischen Schnapsenthusiasten in einer ländlichen Trinkstätte ruckartig in den Hals zu stürzen. Diese Spezies des Weintrinkers hält das Glas übrigens nie am Stiel fest, sondern umfasst es stillos am oberen Rand mit ganzer Hand. Da geht es dem Wein ganz schön an den Kragen. Dass man den Tropfen tatsächlich vorab auch betrachten und riechen kann, fällt für derlei Schluckspechte gerne mal unter die zu vernachlässigenden Gepflogenheiten überambitionierter Weinconnaisseure.    Frustriert überdachte Gastgeber H. auf dem Weg in den Keller noch einmal kritisch seine Entscheidung, nur teuerste Bouteillen auszuschenken. Dumm nur, dass er die vorab präferierten Roten bereits seit Stunden atmen gelassen hatte und damit zumindest deren Leerauftrag schon besiegelt war. Einer der Gäste bekannte unbekümmert nach dem Hauptgang, den er mit dem Genuss dreier großer Rotweine gekrönt hatte: „Also, wenn ich ehrlich bin, trinke ich eigentlich lieber Rosé!“ Der Tischgenosse zur Linken wollte dann wissen: „Sag mal, hast du den Clos de Vougeot auch als Blanc de Noirs?“ Nie war H. der Ohnmacht näher gewesen als in diesem Moment. Die absolute Krönung des besagten Abends war indes das Verhalten einer geladenen Dame, die arglos einen zehn Jahre alten Montrachet in ein Glas mit Mineralwasser goss: „Dann vertrag ich ihn besser!“ Ingo Konrads
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